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1 Daniel und seine Freunde am Koenigshof in Babel.
1.1 Im dritten Jahr der Regierung Jojakims, des Koenigs von
Juda, kam Nebukadnezar, der Koenig von Babel, nach Jerusalem und
belagerte es. 1.2 Und der Herr gab Jojakim, den Koenig von
Juda, in seine Hand und einen Teil der Geraete des Hauses Gottes.
Und er brachte sie ins Land Schinar, in das Haus seines Gottes:
die Geraete brachte er in das Schatzhaus seines Gottes.

1.3 Und der Koenig befahl dem Aschpenas, dem Obersten seiner
Hofbeamten, er solle [einige] von den Soehnen Israel bringen, und
[zwar] vom koeniglichen Geschlecht und von den Vornehmen: 1.4
junge Maenner, an denen keinerlei Makel sei, von schoenem Aussehen
und verstaendig in aller Weisheit, gebildet und von guter
Auffassungsgabe, und die [somit] faehig seien, im Palast des
Koenigs zu dienen; und man solle sie Schrift und Sprache der
Chaldaeer lehren. 1.5 Und der Koenig bestimmte ihre taegliche
Versorgung von der Tafelkost des Koenigs und von dem Wein, den er
trank, und dass man sie drei Jahre lang erziehen solle; und nach
deren Ablauf sollten sie in den Dienst des Koenigs treten.

1.6 Und unter ihnen waren von den Soehnen Juda: Daniel,
Hananja, Mischael und Asarja. 1.7 Und der Oberste der
Hofbeamten gab ihnen [andere] Namen; er nannte Daniel
Beltschazar, Hananja Schadrach, Mischael Meschach und Asarja
Abed-Nego.

1.8 Aber Daniel nahm sich in seinem Herzen vor, sich nicht mit
der Tafelkost des Koenigs und mit dem Wein, den er trank, unrein
zu machen; und er erbat sich vom Obersten der Hofbeamten, dass er
sich nicht unrein machen muesse. 1.9 Und Gott gab Daniel Gnade
und Erbarmen vor dem Obersten der Hofbeamten. 1.10 Und der
Oberste der Hofbeamten sagte zu Daniel: Ich fuerchte meinen
Herrn, den Koenig, der eure Speise und euer Getraenk bestimmt hat.
Denn warum sollte er sehen, dass eure Gesichter schlechter
aussehen als die der jungen Maenner eures Alters, so dass ihr
meinen Kopf beim Koenig verwirktet? 1.11 Da sagte Daniel zu dem
Aufseher, den der Oberste der Hofbeamten ueber Daniel, Hananja,
Mischael und Asarja bestellt hatte: 1.12 Versuche es doch zehn
Tage [lang] mit deinen Knechten, dass man uns Gemuese zu essen und
Wasser zu trinken gebe! 1.13 Und dann moege unser Aussehen und
das Aussehen der jungen Maenner, die die Tafelkost des Koenigs
essen, von dir geprueft werden! Dann verfahre mit deinen Knechten
je nachdem, was du sehen wirst! 1.14 Und er hoerte auf sie in
dieser Sache und versuchte es zehn Tage mit ihnen. 1.15 Und am
Ende der zehn Tage zeigte sich ihr Aussehen schoener und
wohlgenaehrter als das aller jungen Maenner, die die Tafelkost des
Koenigs assen. 1.16 Da nahm der Aufseher ihre Tafelkost und den
Wein, den sie trinken sollten, weg und gab ihnen Gemuese.

1.17 Und diesen vier jungen Maennern, ihnen gab Gott Kenntnis
und Verstaendnis in jeder Schrift und Weisheit; und Daniel
verstand sich auf Gesichte und Traeume jeder Art. 1.18 Und am
Ende der Tage, nach denen der Koenig sie [zu sich] zu bringen
befohlen hatte, brachte der Oberste der Hofbeamten sie vor
Nebukadnezar. 1.19 Und der Koenig redete mit ihnen; und unter
ihnen allen wurde niemand gefunden [,der] wie Daniel, Hananja,
Mischael und Asarja [gewesen waere]. Und sie dienten dem Koenig.
1.20 Und in jeder Angelegenheit, die der Koenig von ihnen
erfragte und die ein verstaendiges Urteil erforderte, fand er sie
allen Wahrsagepriestern und Beschwoerern, die in seinem ganzen
Koenigreich waren, zehnfach ueberlegen. - 1.21 Und Daniel blieb
bis zum ersten Jahr des Koenigs Kyrus. Nebukadnezars Traum von
dem grossen Standbild
2
2.1 Und im zweiten Jahr der Regierung Nebukadnezars hatte
Nebukadnezar Traeume, so dass sein Geist beunruhigt wurde und sein
Schlaf fuer ihn dahin war. 2.2 Und der Koenig befahl, dass man
die Wahrsagepriester, die Beschwoerer, die Zauberer und die
Sterndeuter rufen sollte, dem Koenig seine Traeume mitzuteilen. Da
kamen sie und traten vor den Koenig. 2.3 Und der Koenig sprach
zu ihnen: Ich habe einen Traum gehabt, und mein Geist ist
beunruhigt, den Traum zu verstehen. 2.4 Da sagten die
Sterndeuter zum Koenig auf aramaeisch: O Koenig, lebe ewig! Sage
deinen Knechten den Traum! Dann wollen wir die Deutung kundtun.
2.5 Der Koenig antwortete und sprach zu den Sterndeutern: Die
Sache ist von mir fest beschlossen: Wenn ihr mir den Traum und
seine Deutung nicht mitteilt, [dann] werdet ihr in Stuecke
gehauen, und eure Haeuser werden zu einem Misthaufen gemacht.
2.6 Wenn ihr aber den Traum und seine Deutung kundtut, werdet
ihr Geschenke, Gaben und grosse Ehre von mir empfangen. Darum tut
mir den Traum und seine Deutung kund! 2.7 Sie antworteten zum
zweiten Mal und sagten: Der Koenig sage seinen Knechten den
Traum! Dann tun wir die Deutung kund. 2.8 Der Koenig antwortete
und sprach: Ich weiss zuverlaessig, dass ihr Zeit gewinnen wollt,
weil ihr seht, dass die Sache von mir fest beschlossen ist: 2.9
Wenn ihr mir den Traum nicht mitteilt, bleibt es bei eurer
Verurteilung. Denn ihr habt euch verabredet, Lug und Trug vor
mir zu reden, bis die Zeit sich aendert. Darum sagt mir den
Traum! Und ich werde wissen, dass ihr mir seine Deutung kundtun
koennt. 2.10 Die Sterndeuter antworteten vor dem Koenig und
sagten: Es gibt keinen Menschen auf der [ganzen] Erde, der die
Sache des Koenigs kundtun koennte, weil kein grosser und maechtiger
Koenig jemals eine Sache wie diese von irgendeinem
Wahrsagepriester oder Beschwoerer oder Sterndeuter verlangt hat.
2.11 Denn die Sache, die der Koenig verlangt, ist [zu] schwer;
und es gibt keinen anderen, der sie vor dem Koenig kundtun
koennte, als nur die Goetter, deren Wohnung [aber] nicht bei den
Sterblichen ist.

2.12 Darueber wurde der Koenig zornig und ergrimmte sehr, und er
befahl, alle Weisen von Babel umzubringen. 2.13 Und es erging
der Befehl: `Die Weisen sollen getoetet werden! Und man suchte
[auch] Daniel und seine Gefaehrten, um [sie] zu toeten. 2.14 Da
machte Daniel dem Arjoch, dem obersten Leibwaechter des Koenigs,
der ausgezogen war, um die Weisen von Babel zu toeten, einen
klugen und verstaendigen Einwand, 2.15 indem er dem Arjoch, dem
Bevollmaechtigten des Koenigs, antwortete und sagte: Warum der
strenge Befehl vom Koenig? Da teilte Arjoch dem Daniel die Sache
mit. 2.16 Und Daniel ging hinein und erbat sich vom Koenig, dass
er ihm eine Frist gewaehre, dem Koenig die Deutung kundzutun.
2.17 Darauf ging Daniel in sein Haus; und er teilte seinen
Gefaehrten Hananja, Mischael und Asarja die Sache mit, 2.18
damit sie den Gott des Himmels um Erbarmen bitten sollten wegen
dieses Geheimnisses, damit Daniel und seine Gefaehrten nicht mit
den uebrigen Weisen von Babel umkaemen. 2.19 Darauf wurde dem
Daniel in einem Nachtgesicht das Geheimnis geoffenbart. Da pries
Daniel den Gott des Himmels. 2.20 Daniel fing an und sprach:
Gepriesen sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit! Denn
Weisheit und Macht, sie sind sein. 2.21 Er aendert Zeiten und
Fristen, er setzt Koenige ab und setzt Koenige ein; er gibt den
Weisen Weisheit und Erkenntnis den Einsichtigen; 2.22 er
offenbart das Tiefe und das Verborgene; er weiss, was in der
Finsternis ist, und bei ihm wohnt das Licht. 2.23 Dich, Gott
meiner Vaeter, lobe und preise ich, dass du mir Weisheit und Kraft
gegeben und mich jetzt hast wissen lassen, was wir von dir
erbeten haben; denn du hast uns die Sache des Koenigs wissen
lassen.

2.24 Deshalb ging Daniel zu Arjoch hinein, den der Koenig
eingesetzt hatte, die Weisen von Babel umzubringen. Er ging hin
und sprach zu ihm so: Was die Weisen von Babel betrifft, bringe
[sie] nicht um! Fuehre mich [aber] vor den Koenig, damit ich dem
Koenig die Deutung kundtue! 2.25 Da fuehrte Arjoch den Daniel
schnell vor den Koenig und sprach zu ihm so: Ich habe einen Mann
unter den Weggefuehrten von Juda gefunden, der dem Koenig die
Deutung mitteilen will. 2.26 Der Koenig fing an und sprach zu
Daniel, dessen Name Beltschazar war: Bist du imstande, mir den
Traum, den ich gesehen habe, und seine Deutung mitzuteilen?
2.27 Daniel antwortete vor dem Koenig und sprach: Das
Geheimnis, das der Koenig verlangt, koennen Weise, Beschwoerer,
Wahrsagepriester und Zeichendeuter dem Koenig nicht kundtun.
2.28 Aber es gibt einen Gott im Himmel, der Geheimnisse
offenbart; und er laesst den Koenig Nebukadnezar wissen, was am
Ende der Tage geschehen wird. Dein Traum und die Gesichte deines
Hauptes auf deinem Lager waren diese: 2.29 Dir, o Koenig,
stiegen auf deinem Lager Gedanken auf, was nach diesem geschehen
werde. Und der die Geheimnisse offenbart, [er] hat dich wissen
lassen, was geschehen wird. 2.30 Mir aber ist nicht durch
Weisheit, die in mir mehr als in allen Lebenden waere, dieses
Geheimnis geoffenbart worden, sondern deshalb, damit man den
Koenig die Deutung wissen lasse und du die Gedanken deines
Herzens erfaehrst.

V. 31-36: V. 37-45.

2.31 Du, o Koenig, schautest: Und siehe, ein grosses Bild!
Dieses Bild war gewaltig und sein Glanz aussergewoehnlich; es
stand vor dir, und sein Aussehen war furchtbar. 2.32 Dieses
Bild, sein Haupt war aus feinem Gold, seine Brust und seine Arme
aus Silber, sein Bauch und seine Lenden aus Bronze, 2.33 seine
Schenkel aus Eisen, seine Fuesse teils aus Eisen und teils aus
Ton. 2.34 Du schautest, bis ein Stein losbrach, [und zwar]
nicht durch Haende, und das Bild an seinen Fuessen aus Eisen und
Ton traf und sie zermalmte. 2.35 Da wurden zugleich das Eisen,
der Ton, die Bronze, das Silber und das Gold zermalmt, und sie
wurden wie Spreu aus den Sommertennen; und der Wind fuehrte sie
fort, und es war keinerlei Spur mehr von ihnen zu finden. Und
der Stein, der das Bild zerschlagen hatte, wurde zu einem grossen
Berg und erfuellte die ganze Erde.

V. 37-45: V. 31-36.

2.36 Das ist der Traum. Und seine Deutung wollen wir vor dem
Koenig ansagen: 2.37 Du, o Koenig, du Koenig der Koenige, dem der
Gott des Himmels die Koenigsherrschaft, die Macht und die Staerke
und die Ehre gegeben hat 2.38 - und ueberall, wo
Menschenkinder, Tiere des Feldes und Voegel des Himmels wohnen,
hat er [sie] in deine Hand gegeben und dich zum Herrscher ueber
sie alle gesetzt -, du bist das Haupt aus Gold. 2.39 Und nach
dir wird ein anderes Koenigreich erstehen, geringer als du, und
ein anderes, drittes Koenigreich, aus Bronze, das ueber die ganze
Erde herrschen wird. 2.40 Und ein viertes Koenigreich wird
stark sein wie Eisen, deshalb weil das Eisen alles zermalmt und
zerschmettert; wie das Eisen, das [alles] zertruemmert, wird es
all jene zermalmen und zertruemmern. 2.41 Und dass du die Fuesse
und die Zehen teils aus Toepferton und teils aus Eisen gesehen
hast: [das] wird ein geteiltes Koenigreich sein; aber von der
Festigkeit des Eisens wird [etwas] in ihm sein, weil du das
Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen hast. 2.42 Und die
Zehen der Fuesse, teils aus Eisen und teils aus Ton: zum Teil wird
das Koenigreich stark sein, und zum Teil wird es zerbrechlich
sein. 2.43 Dass du das Eisen mit lehmigem Ton vermischt gesehen
hast: sie werden sich durch Heiraten untereinander vermischen,
aber sie werden nicht aneinander haften, so wie sich Eisen mit
Ton nicht mischen laesst. 2.44 Und in den Tagen dieser Koenige
wird der Gott des Himmels ein Koenigreich aufrichten, das ewig
nicht zerstoert werden wird. Und das Koenigreich wird keinem
anderen Volk ueberlassen werden; es wird all jene Koenigreiche
zermalmen und vernichten, selbst aber wird es ewig bestehen:
2.45 wie du gesehen hast, dass von dem Berg ein Stein losbrach,
[und zwar] nicht durch Haende, und das Eisen, die Bronze, den
Ton, das Silber und das Gold zermalmte. Ein grosser Gott laesst den
Koenig wissen, was nach diesem geschehen wird; und der Traum ist
zuverlaessig und seine Deutung zutreffend.

2.46 Da fiel der Koenig Nebukadnezar auf sein Angesicht und
warf sich vor Daniel nieder. Und er befahl, ihm Opfer und
Raeucherwerk darzubringen. 2.47 Der Koenig antwortete Daniel und
sprach: In Wahrheit, euer Gott, er ist Gott der Goetter und Herr
der Koenige und offenbart Geheimnisse, da du dieses Geheimnis
offenbaren konntest. 2.48 Daraufhin machte der Koenig den
Daniel gross und gab ihm viele grosse Geschenke, und er setzte ihn
als Herrscher ueber die ganze Provinz Babel ein und zum
Obervorsteher ueber alle Weisen von Babel. 2.49 Und Daniel
erbat vom Koenig, dass er Schadrach, Meschach und Abed-Nego ueber
die Verwaltung der Provinz Babel einsetze. Aber Daniel blieb am
Hof des Koenigs.
3 Die drei Maenner im Feuerofen.
3.1 Der Koenig Nebukadnezar machte ein Bild aus Gold: seine
Hoehe [betrug] sechzig Ellen, seine Breite sechs Ellen. Er
stellte es auf in der Ebene Dura, in der Provinz Babel. 3.2
Und der Koenig Nebukadnezar sandte [Boten] aus, um die Satrapen,
die Statthalter und die Verwalter, die Berater, die
Schatzmeister, die Richter, die Polizeibefehlshaber und alle
Oberbeamten der Provinzen zu versammeln, damit sie zur
Einweihung des Bildes kaemen, das der Koenig Nebukadnezar
aufgestellt hatte. 3.3 Daraufhin versammelten sich die
Satrapen, die Statthalter und die Verwalter, die Berater, die
Schatzmeister, die Richter, die Polizeibefehlshaber und alle
Oberbeamten der Provinzen zur Einweihung des Bildes, das der
Koenig Nebukadnezar aufgestellt hatte; und sie standen vor dem
Bild, das Nebukadnezar aufgestellt hatte. 3.4 Und der Herold
rief laut: Euch wird befohlen, ihr Voelker, Nationen und
Sprachen: 3.5 Sobald ihr den Klang des Horns, der Rohrpfeife,
der Zither, der Harfe, der Laute, des Dudelsacks und alle Arten
von Musik hoert, sollt ihr niederfallen und euch vor dem goldenen
Bild niederwerfen, das der Koenig Nebukadnezar aufgestellt hat.
3.6 Wer aber nicht niederfaellt und anbetet, der soll sofort in
den brennenden Feuerofen geworfen werden. 3.7 Deshalb, sobald
alle Voelker den Klang des Horns, der Rohrpfeife, der Zither, der
Harfe, der Laute und alle Arten von Musik hoerten, fielen alle
Voelker, Nationen und Sprachen nieder, indem sie sich vor dem
goldenen Bild niederwarfen, das der Koenig Nebukadnezar
aufgestellt hatte.

3.8 Deshalb traten zur selben Zeit [einige] Maenner heran,
naemlich Sterndeuter, die die Juden verklagten. 3.9 Sie fingen
an und sagten zum Koenig Nebukadnezar: O Koenig, lebe ewig! 3.10
Du, o Koenig, hast den Befehl gegeben, dass jedermann, der den
Klang des Horns, der Rohrpfeife, der Zither, der Harfe, der
Laute und des Dudelsacks und alle Arten von Musik hoert,
niederfallen und das goldene Bild anbeten soll; 3.11 und wer
nicht niederfaellt und anbetet, der sollte in den brennenden
Feuerofen geworfen werden. 3.12 Nun sind juedische Maenner hier,
die du zur Verwaltung der Provinz Babel eingesetzt hast:
Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Diese Maenner, o Koenig,
schenken dir keine Beachtung; deinen Goettern dienen sie nicht,
und vor dem goldenen Bild, das du aufgestellt hast, werfen sie
sich nicht nieder. 3.13 Da befahl Nebukadnezar voller Zorn und
Wut, Schadrach, Meschach und Abed-Nego herzubringen. Da wurden
diese Maenner vor den Koenig gebracht. 3.14 Nebukadnezar fing an
und sagte zu ihnen: Ist es Absicht, Schadrach, Meschach und
Abed-Nego, dass ihr meinen Goettern nicht dient und euch vor dem
goldenen Bild, das ich aufgestellt habe, nicht niederwerft?
3.15 Nun, wenn ihr bereit seid, zur Zeit, da ihr den Klang des
Horns, der Rohrpfeife, der Zither, der Harfe, der Laute und des
Dudelsacks und alle Arten von Musik hoeren werdet, hinzufallen
und euch vor dem Bild niederzuwerfen, das ich gemacht habe [,so
ist es gut]. Wenn ihr euch aber nicht niederwerft, dann werdet
ihr sofort in den brennenden Feuerofen geworfen. Und wer ist der
Gott, der euch aus meiner Hand erretten koennte? 3.16
Schadrach, Meschach und Abed-Nego antworteten und sagten zum
Koenig: Nebukadnezar, wir haben es nicht noetig, dir ein Wort
darauf zu erwidern. 3.17 Ob unser Gott, dem wir dienen, uns
erretten kann - sowohl aus dem brennenden Feuerofen als auch aus
deiner Hand, o Koenig, wird er [uns] erretten - 3.18 oder ob
nicht: es sei dir [jedenfalls] kund, o Koenig, dass wir deinen
Goettern nicht dienen und uns vor dem goldenen Bild, das du
aufgestellt hast, nicht niederwerfen werden.

3.19 Da wurde Nebukadnezar voller Wut, und der Ausdruck seines
Gesichts aenderte sich gegenueber Schadrach, Meschach und
Abed-Nego. Er begann und befahl, den Ofen siebenmal mehr zu
heizen, als es ausreichend war. 3.20 Dann befahl er Maennern,
den staerksten Maennern in seinem Heer, Schadrach, Meschach und
Abed-Nego zu binden, um sie in den brennenden Feuerofen zu
werfen. 3.21 Daraufhin wurden diese Maenner in ihren Maenteln,
Roecken und Muetzen und ihren [sonstigen] Kleidern gebunden und in
den brennenden Feuerofen geworfen. 3.22 Darum, weil das Wort
des Koenigs [so] streng und der Ofen aussergewoehnlich geheizt war,
toetete die Flamme des Feuers jene Maenner, die Schadrach,
Meschach und Abed-Nego hinaufbrachten. 3.23 Und diese drei
Maenner, Schadrach, Meschach und Abed-Nego, fielen gebunden in
den brennenden Feuerofen.

3.24 Da erschrak der Koenig Nebukadnezar und erhob sich
schnell. Er begann und sagte zu seinen Staatsraeten: Haben wir
nicht drei Maenner gebunden ins Feuer geworfen? Sie antworteten
und sagten zum Koenig: Gewiss, o Koenig! 3.25 Er antwortete und
sprach: Siehe, ich sehe vier Maenner frei umhergehen mitten im
Feuer, und keine Verletzung ist an ihnen; und das Aussehen des
vierten gleicht dem eines Goettersohnes. 3.26 Da trat
Nebukadnezar an die Oeffnung des brennenden Feuerofens, begann
und sagte: Schadrach, Meschach und Abed-Nego, ihr Knechte des
hoechsten Gottes, geht heraus und kommt her! Da gingen Schadrach,
Meschach und Abed-Nego aus dem Feuer heraus. 3.27 Und es
versammelten sich die Satrapen, die Statthalter, die Verwalter
und die Staatsraete des Koenigs; sie betrachteten diese Maenner,
ueber deren Leib das Feuer keine Macht gehabt hatte: das Haar
ihres Hauptes war nicht versengt, und ihre Maentel waren nicht
veraendert, nicht einmal Brandgeruch war an sie gekommen. 3.28
Nebukadnezar begann und sagte: Gepriesen sei der Gott
Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos, der seinen Engel gesandt
und seine Knechte errettet hat, die sich auf ihn verliessen und
das Wort des Koenigs uebertraten und ihren Leib dahingaben, damit
sie keinem Gott dienen oder ihn anbeten muessten als nur ihren
Gott! 3.29 So ergeht nun von mir der Befehl, der jedes Volk,
jede Nation und Sprache [betrifft]: Wer ueber den Gott
Schadrachs, Meschachs und Abed-Negos etwas Veraechtliches sagt,
soll in Stuecke gehauen werden, und sein Haus soll zu einem
Misthaufen gemacht werden. Denn es gibt keinen anderen Gott, der
so erretten kann. 3.30 Sodann befoerderte der Koenig Schadrach,
Meschach und Abed-Nego in der Provinz Babel.
Nebukadnezars Uebertretung und Erniedrigung.
3.31 Der Koenig Nebukadnezar an alle Voelker, Nationen und
Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnen: Euer Friede werde
gross! 3.32 Es schien mir gut, die Zeichen und Wunder
kundzutun, die der hoechste Gott an mir getan hat. 3.33 Wie
gross sind seine Zeichen und wie maechtig seine Wunder! Sein Reich
ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft [waehrt] von
Geschlecht zu Geschlecht! -
4
4.1 Ich, Nebukadnezar, war sorglos in meinem Haus und
gluecklich in meinem Palast. 4.2 Ich sah einen Traum, und er
erschreckte mich; und Traumgestalten auf meinem Lager und
Gesichte, die ich gesehen hatte, aengstigten mich. 4.3 So
erging von mir der Befehl, alle Weisen von Babel vor mich zu
fuehren, damit sie mir die Deutung des Traums mitteilten. 4.4
Daraufhin kamen die Wahrsagepriester, die Beschwoerer, die
Sterndeuter und die Zeichendeuter herbei; und ich trug ihnen den
Traum vor, aber sie teilten mir seine Deutung nicht mit. 4.5
Und zuletzt trat Daniel vor mich, dessen Name Beltschazar ist,
nach dem Namen meines Gottes, und in dem der Geist der heiligen
Goetter ist. Und ich trug ihm den Traum vor: 4.6 Beltschazar,
du Oberster der Wahrsagepriester, weil ich weiss, dass der Geist
der heiligen Goetter in dir ist und dass dir kein Geheimnis zu
schwer ist, so sage mir die Gesichte meines Traumes, den ich
gesehen habe, und seine Deutung!

4.7 Was nun die Gesichte, die ich auf meinem Lager hatte,
betrifft, so schaute ich: Und siehe, ein Baum [stand] in der
Mitte der Erde, und seine Hoehe war gewaltig. 4.8 Der Baum
wurde gross und stark, und seine Hoehe reichte bis an den Himmel,
und er wurde gesehen bis ans Ende der ganzen Erde. 4.9 Sein
Laub war schoen und seine Frucht zahlreich, und es war Nahrung an
ihm fuer alle. Die Tiere des Feldes fanden Schatten unter ihm,
und die Voegel des Himmels wohnten in seinen Zweigen, und alles
Fleisch naehrte sich von ihm. 4.10 Ich schaute in den
Gesichten, die ich auf meinem Lager hatte, und siehe, ein
Waechter und Heiliger stieg vom Himmel herab. 4.11 Er rief
laut, und so sprach er: Haut den Baum um und schlagt seine Aeste
ab! Streift sein Laub ab und streut seine Frucht umher! Fliehen
sollen die Tiere unter ihm weg und die Voegel aus seinen Aesten!
4.12 Doch seinen Wurzelstock lasst in der Erde, und zwar in
einer Fessel aus Eisen und Bronze im Gruen des Feldes! Vom Tau
des Himmels mag er benetzt werden, und mit den Tieren soll er
teilhaben am Gras der Erde! 4.13 Sein menschliches Herz soll
verwandelt und das Herz eines Tieres ihm gegeben werden! Und
sieben Jahre sollen ueber ihm vergehen! 4.14 Durch den Beschluss
der Waechter ist diese Botschaft [zustande gekommen], und ein
Spruch der Heiligen ist diese Sache, damit die Lebenden
erkennen, dass der Hoechste Macht hat ueber das Koenigtum der
Menschen und es verleiht, wem er will, und den Niedrigsten der
Menschen darueber einsetzt. 4.15 Diesen Traum habe ich, der
Koenig Nebukadnezar, gesehen. Und du, Beltschazar, sage seine
Deutung, da alle Weisen meines Koenigreichs mir die Deutung nicht
mitteilen koennen! Du aber kannst es, weil der Geist der heiligen
Goetter in dir ist.

4.16 Da war Daniel, dessen Name Beltschazar ist, eine Zeitlang
[vor Entsetzen wie] betaeubt, und seine Gedanken erschreckten
ihn. Der Koenig fing an und sagte: Beltschazar, der Traum und
seine Deutung moegen dich nicht erschrecken! Beltschazar
antwortete und sprach: Mein Herr, der Traum gelte deinen Hassern
und seine Deutung deinen Feinden! 4.17 Der Baum, den du
gesehen hast, der gross und stark war, und dessen Hoehe an den
Himmel reichte und der ueber die ganze Erde hin zu sehen war
4.18 und dessen Laub schoen und dessen Frucht zahlreich und an
dem Nahrung fuer alle war, unter dem die Tiere des Feldes wohnten
und in dessen Aesten die Voegel des Himmels sich aufhielten:
4.19 das bist du, o Koenig, der du gross und stark geworden
bist; und deine Groesse nahm zu und reichte bis an den Himmel und
deine Herrschaft bis ans Ende der Erde. 4.20 Und dass der Koenig
einen Waechter und Heiligen vom Himmel herabsteigen sah, der
sprach: `Haut den Baum um und zerstoert ihn! Doch seinen
Wurzelstock lasst in der Erde, und zwar in einer Fessel aus Eisen
und Bronze im Gruen des Feldes! Und vom Tau des Himmels mag er
benetzt werden, und bei den Tieren des Feldes soll er sein Teil
haben, bis sieben Jahre ueber ihn hingegangen sind! - 4.21 dies
ist die Deutung, o Koenig, und dies der Beschluss des Hoechsten,
der ueber meinen Herrn, den Koenig, kommen wird: 4.22 Man wird
dich von den Menschen ausstossen, und bei den Tieren des Feldes
wird deine Wohnung sein. Man wird dir Gras zu essen geben wie
den Rindern, und vom Tau des Himmels laesst man dich benetzen. Und
es werden sieben Jahre ueber dir vergehen, bis du erkennst, dass
der Hoechste ueber das Koenigtum der Menschen herrscht und es
verleiht, wem er will. 4.23 Und dass man gesagt hat, man solle
den Wurzelstock des Baumes uebriglassen: dein Koenigtum soll dir
[erhalten] bleiben, sobald du erkennst, dass die Himmel
herrschen. 4.24 Darum, o Koenig, lass dir meinen Rat gefallen
und brich mit deinen Suenden durch Gerechtigkeit und mit deinen
Vergehen durch Barmherzigkeit gegen Elende, wenn dein
Wohlergehen von Dauer sein soll!

4.25 All das kam ueber den Koenig Nebukadnezar. 4.26 Nach
Ablauf von zwoelf Monaten [naemlich], als er auf dem koeniglichen
Palast in Babel auf und ab ging, 4.27 begann der Koenig und
sagte: Ist das nicht das grosse Babel, das ich durch die Staerke
meiner Macht und zur Ehre meiner Herrlichkeit zum koeniglichen
Wohnsitz erbaut habe? 4.28 Noch war das Wort im Mund des
Koenigs, da kam eine Stimme aus dem Himmel: Dir, Koenig
Nebukadnezar, wird gesagt: Das Koenigtum ist von dir gewichen!
4.29 Und man wird dich von den Menschen ausstossen, und bei den
Tieren des Feldes wird deine Wohnung sein; man wird dir Gras zu
essen geben wie den Rindern. Und es werden sieben Jahre ueber dir
vergehen, bis du erkennst, dass der Hoechste Macht hat ueber das
Koenigtum der Menschen und es verleiht, wem er will. 4.30 Zu
derselben Stunde wurde das Wort an Nebukadnezar erfuellt: Er
wurde von den Menschen ausgestossen und ass Gras wie die Rinder,
und sein Leib wurde benetzt vom Tau des Himmels, bis sein Haar
wie Adlerfedern wuchs und seine Naegel wie Vogelkrallen.

4.31 Und am Ende der Tage erhob ich, Nebukadnezar, meine Augen
zum Himmel, und mein Verstand kehrte zu mir zurueck. Und ich
pries den Hoechsten, und ich ruehmte und verherrlichte den ewig
Lebenden, dessen Herrschaft eine ewige Herrschaft ist und dessen
Reich von Geschlecht zu Geschlecht [waehrt]. 4.32 Und alle
Bewohner der Erde sind wie nichts gerechnet, und nach seinem
Willen verfaehrt er mit dem Heer des Himmels und den Bewohnern
der Erde. Und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm
sagen koennte: Was tust du? 4.33 Zu derselben Zeit kehrte mein
Verstand zu mir zurueck, und zur Ehre meines Koenigtums kehrten
meine Herrlichkeit und mein Glanz zu mir zurueck. Und meine
Staatsraete und meine Gewaltigen suchten mich auf, und ich wurde
wieder in mein Koenigtum eingesetzt, und aussergewoehnliche Groesse
wurde mir hinzugefuegt. 4.34 Nun ruehme ich, Nebukadnezar, und
erhebe und verherrliche den Koenig des Himmels, dessen Werke
allesamt Wahrheit und dessen Wege Recht sind und der die
erniedrigen kann, die in Stolz einhergehen.
5 Belsazars Gastmahl - die geheimnisvolle Schrift.
5.1 Der Koenig Belsazar machte seinen tausend Gewaltigen ein
grosses Mahl, und vor den Tausend trank er Wein. 5.2 Belsazar
befahl unter dem Einfluss des Weins, die goldenen und die
silbernen Gefaesse herbeizubringen, die sein Vater Nebukadnezar
aus dem Tempel in Jerusalem weggenommen hatte, damit der Koenig
und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine Nebenfrauen daraus
traenken. 5.3 Da brachte man die goldenen Gefaesse, die man aus
dem Tempel des Hauses Gottes in Jerusalem weggenommen hatte; und
der Koenig und seine Gewaltigen, seine Frauen und seine
Nebenfrauen tranken daraus. 5.4 Sie tranken Wein und ruehmten
die Goetter aus Gold und Silber, aus Bronze, Eisen, Holz und
Stein.

5.5 In demselben Augenblick kamen Finger einer Menschenhand
hervor und schrieben dem Leuchter gegenueber auf den Kalk der
Wand des koeniglichen Palastes; und der Koenig sah die Hand, die
schrieb. 5.6 Da veraenderte sich die Gesichtsfarbe des Koenigs,
und seine Gedanken erschreckten ihn, und seine Hueftgelenke
erschlafften, und seine Knie schlugen aneinander. 5.7 Der
Koenig rief laut, man solle die Beschwoerer, die Sterndeuter und
die Zeichendeuter hereinbringen. Und der Koenig fing an und sagte
zu den Weisen von Babel: Jeder, der diese Schrift lesen und mir
ihre Deutung kundtun wird, der darf sich mit Purpur bekleiden,
[dazu] mit einer goldenen Kette um seinen Hals, und er soll als
Dritter im Koenigreich herrschen. 5.8 Da kamen alle Weisen des
Koenigs herbei; aber sie konnten weder die Schrift lesen noch dem
Koenig ihre Deutung mitteilen. 5.9 Da geriet der Koenig Belsazar
in grossen Schrecken, und seine Gesichtsfarbe an ihm veraenderte
sich; und seine Gewaltigen wurden bestuerzt. 5.10 Auf die Worte
des Koenigs und seiner Gewaltigen hin trat die Koenigin in das
Haus des Trinkgelages. Die Koenigin begann und sagte: O Koenig,
lebe ewig! Lass deine Gedanken dich nicht schrecken, und deine
Gesichtsfarbe veraendere sich nicht! 5.11 Es gibt einen Mann in
deinem Koenigreich, in dem der Geist der heiligen Goetter ist; und
in den Tagen deines Vaters wurden Erleuchtung, Einsicht und
Weisheit gleich der Weisheit der Goetter bei ihm gefunden. Und
der Koenig Nebukadnezar, dein Vater, hat ihn zum Obersten der
Wahrsagepriester, der Beschwoerer, Sterndeuter und Zeichendeuter
eingesetzt; dein Vater, o Koenig! 5.12 [Und zwar] deshalb, weil
ein aussergewoehnlicher Geist und Erkenntnis und Einsicht, Traeume
zu deuten, Raetsel zu erklaeren und Knoten zu loesen, bei ihm
gefunden wurde, bei Daniel, dem der Koenig den Namen Beltschazar
gegeben hat. [Deshalb] lass jetzt Daniel rufen! Und er wird die
Deutung kundtun.

5.13 Daraufhin wurde Daniel vor den Koenig gefuehrt. Der Koenig
fing an und sagte zu Daniel: Bist du Daniel, einer der
Weggefuehrten aus Juda, die der Koenig, mein Vater, aus Juda
hergebracht hat? 5.14 Ich habe von dir gehoert, dass der Geist
der Goetter in dir ist und dass Erleuchtung und Einsicht und
aussergewoehnliche Weisheit bei dir zu finden sind. 5.15 Und nun
sind die Weisen, die Beschwoerer, vor mich gefuehrt worden, damit
sie diese Schrift lesen und mir ihre Deutung mitteilen sollten;
aber sie koennen die Deutung der Sache nicht kundtun. 5.16 Ich
habe aber von dir gehoert, dass du Deutungen geben und Knoten
loesen kannst. Nun, wenn du die Schrift lesen und mir ihre
Deutung mitteilen kannst, darfst du dich mit Purpur bekleiden,
[dazu] mit einer goldenen Kette um deinen Hals, und du sollst
als Dritter im Koenigreich herrschen.

5.17 Da antwortete Daniel und sprach vor dem Koenig: Deine
Gaben moegen dir bleiben, und deine Geschenke gib einem anderen!
Jedoch werde ich die Schrift dem Koenig lesen und ihm die Deutung
mitteilen. 5.18 Du, o Koenig! Der hoechste Gott hatte deinem
Vater Nebukadnezar das Koenigtum und die Groesse und die Majestaet
und die Herrlichkeit verliehen. 5.19 Und wegen der Groesse, die
er ihm verliehen hatte, zitterten und fuerchteten sich vor ihm
alle Voelker, Nationen und Sprachen. Er toetete, wen er wollte, er
liess leben, wen er wollte, er erhob, wen er wollte, und er
erniedrigte, wen er wollte. 5.20 Als aber sein Herz sich erhob
und sein Geist sich bis zur Vermessenheit verstockte, wurde er
vom Thron seines Koenigtums gestuerzt, und man nahm ihm seine
Majestaet. 5.21 Und er wurde von den Menschenkindern
ausgestossen, und sein Herz wurde dem der Tiere gleich, und seine
Wohnung war bei den Wildeseln. Man gab ihm Gras zu essen wie den
Rindern, und sein Leib wurde vom Tau des Himmels benetzt - bis
er erkannte, dass der hoechste Gott Macht hat ueber das Koenigtum
der Menschen und dass er darueber einsetzt, wen er will. 5.22
Und du, Belsazar, sein Sohn, hast dein Herz nicht gedemuetigt,
obwohl du das alles gewusst hast. 5.23 Und du hast dich ueber
den Herrn des Himmels erhoben; und man hat die Gefaesse seines
Hauses vor dich gebracht, und du und deine Gewaltigen, deine
Frauen und deine Nebenfrauen, ihr habt Wein daraus getrunken.
Und du hast die Goetter aus Silber und Gold, aus Bronze, Eisen,
Holz und Stein geruehmt, die nicht sehen und nicht hoeren und
nicht verstehen. Aber den Gott, in dessen Hand dein Odem ist und
bei dem alle deine Wege sind, hast du nicht geehrt. 5.24 Da
wurde von ihm diese Hand gesandt und diese Schrift geschrieben.
5.25 Und dies ist die Schrift, die geschrieben wurde:

Mene, mene, tekel upharsin. 5.26 Dies ist die Deutung des
Wortes: Mene - Gott hat dein Koenigtum gezaehlt und macht ihm ein
Ende. 5.27 Tekel - du bist auf der Waage gewogen und zu leicht
befunden worden. 5.28 Peres - dein Koenigreich wird zerteilt
und den Medern und Persern gegeben. 5.29 Daraufhin gab
Belsazar Befehl, und man bekleidete Daniel mit Purpur, [dazu]
mit einer goldenen Kette um seinen Hals; und man rief ueber ihn
aus, dass er der Drittmaechtigste im Koenigreich sei. - 5.30 In
derselben Nacht wurde Belsazar, der chaldaeische Koenig, getoetet.
6 Daniels Errettung aus der Loewengrube.
6.1 Und Darius, der Meder, uebernahm die Koenigsherrschaft, als
er 62 Jahre alt war. 6.2 Es gefiel Darius, ueber das Koenigreich
120 Satrapen einzusetzen, die im ganzen Koenigreich sein sollten,
6.3 und ueber sie drei Minister [zu setzen], von denen einer
Daniel war, denen jene Satrapen Rechenschaft geben sollten,
damit der Koenig keinen Schaden erlitte. 6.4 Da uebertraf dieser
Daniel die Minister und die Satrapen, weil ein aussergewoehnlicher
Geist in ihm war. Und der Koenig beabsichtigte, ihn ueber das
ganze Koenigreich einzusetzen.

6.5 Da suchten die Minister und die Satrapen einen
Anklagegrund gegen Daniel in bezug auf seine Amtsgeschaefte zu
finden. Aber sie konnten keinerlei Anklagegrund und nichts
Schlechtes finden, weil er treu war und keinerlei Nachlaessigkeit
oder Schlechtes bei ihm zu finden waren. 6.6 Da sagten diese
Maenner: Wir werden bei diesem Daniel keinen Anklagegrund finden,
es sei denn, dass wir im Gesetz seines Gottes etwas gegen ihn
finden. 6.7 Daraufhin stuerzten diese Minister und Satrapen zum
Koenig und sprachen zu ihm so: Koenig Darius, lebe ewig! 6.8
Alle Minister des Koenigreichs, die Statthalter und Satrapen, die
Staatsraete und Verwalter haben sich beraten, dass der Koenig eine
Verordnung erlassen und ein Verbot bestaetigen solle, dass jeder,
der innerhalb von dreissig Tagen an irgendeinen Gott oder
Menschen eine Bitte richtet ausser an dich, o Koenig, in die
Loewengrube geworfen werden soll. 6.9 Nun, o Koenig, erlass das
Verbot und lass ein Schriftstueck ausfertigen, das nicht geaendert
werden darf nach dem Gesetz der Meder und Perser, das
unaufhebbar ist! 6.10 Daraufhin liess der Koenig Darius das
Schriftstueck und das Verbot ausfertigen.

6.11 Und als Daniel erfuhr, dass das Schriftstueck ausgefertigt
war, ging er in sein Haus. Er hatte aber in seinem Obergemach
offene Fenster nach Jerusalem hin; und dreimal am Tag kniete er
auf seine Knie nieder, betete und pries vor seinem Gott, wie er
[es auch] vorher getan hatte.

6.12 Da stuerzten jene Maenner herbei und fanden Daniel betend
und flehend vor seinem Gott. 6.13 Darauf naeherten sie sich dem
Koenig und sprachen vor [ihm] bezueglich des koeniglichen Verbotes:
Hast du nicht ein Verbot ausfertigen lassen, dass jedermann, der
innerhalb von dreissig Tagen von irgendeinem Gott oder Menschen
etwas erbittet ausser von dir, o Koenig, in die Loewengrube
geworfen werden sollte? Der Koenig antwortete und sprach: Das
Wort ist unumstoesslich nach dem Gesetz der Meder und Perser, das
unaufhebbar ist. 6.14 Darauf antworteten sie und sprachen vor
dem Koenig: Daniel, einer der Weggefuehrten aus Juda, schenkt
weder dir, o Koenig, noch dem Verbot, das du hast ausfertigen
lassen, Beachtung; sondern er betet dreimal am Tag. 6.15 Da
missfiel es dem Koenig, als er die Sache hoerte, sehr, und er sann
darauf, Daniel zu retten; und bis zum Untergang der Sonne
bemuehte er sich, ihn zu befreien. 6.16 Da stuerzten diese
Maenner zum Koenig und sagten zum Koenig: Wisse, o Koenig, dass die
Meder und Perser ein Gesetz haben, wonach kein Verbot und keine
Verordnung, die der Koenig erlassen hat, abgeaendert werden darf!
6.17 Dann befahl der Koenig, und man brachte Daniel [herbei]
und warf ihn in die Loewengrube. Der Koenig begann und sagte zu
Daniel: Dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, er moege dich
retten! 6.18 Und ein Stein wurde gebracht und auf die Oeffnung
der Grube gelegt; und der Koenig versiegelte ihn mit seinem
Siegelring und mit den Siegelringen seiner Gewaltigen, damit die
Sache mit Daniel nicht veraendert wuerde.

6.19 Darauf ging der Koenig in seinen Palast, und er
uebernachtete fastend und liess keine Speise zu sich
hereinbringen; und sein Schlaf floh von ihm. 6.20 Dann stand
der Koenig bei der Morgenroete, sobald es hell wurde, auf und ging
schnell zur Loewengrube. 6.21 Und als er sich der Grube
naeherte, rief er mit trauriger Stimme nach Daniel. Der Koenig
begann und sagte zu Daniel: Daniel, Knecht des lebendigen
Gottes, hat dein Gott, dem du ohne Unterlass dienst, dich von den
Loewen erretten koennen? 6.22 Da redete Daniel mit dem Koenig: O
Koenig, lebe ewig! 6.23 Mein Gott hat seinen Engel gesandt, und
er hat den Rachen der Loewen verschlossen, so dass sie mich nicht
verletzt haben, weil vor ihm Unschuld an mir gefunden wurde. Und
auch vor dir, o Koenig, habe ich kein Verbrechen begangen. 6.24
Da freute sich der Koenig sehr, und er befahl, Daniel aus der
Grube herauszuholen. Und Daniel wurde aus der Grube
herausgeholt; und keine Verletzung wurde an ihm gefunden, weil
er auf seinen Gott vertraut hatte. 6.25 Und der Koenig befahl,
und man brachte jene Maenner, die Daniel verklagt hatten, und man
warf sie in die Loewengrube, sie, ihre Kinder und ihre Frauen.
Und ehe sie noch am Boden der Grube angekommen waren, fielen die
Loewen ueber sie her, und sie zermalmten alle ihre Knochen.

6.26 Dann schrieb der Koenig Darius an alle Voelker, Nationen
und Sprachen, die auf der ganzen Erde wohnten: Euer Friede sei
gross! 6.27 Von mir ergeht der Befehl, dass man in der ganzen
Herrschaft meines Koenigreichs vor dem Gott Daniels zittere und
sich fuerchte! Denn er ist der lebendige Gott und bleibt in
Ewigkeit; und sein Koenigreich wird nicht zerstoert werden, und
seine Herrschaft [waehrt] bis ans Ende. 6.28 [Er,] der rettet
und befreit und Zeichen und Wunder im Himmel und auf der Erde
tut, er hat Daniel aus der Gewalt der Loewen errettet.

6.29 Und dieser Daniel stand in grossem Ansehen unter der
Regierung des Darius und unter der Regierung des Kyrus, des
Persers.
7 Daniels Gesicht von den vier Tieren und dem Menschensohn.
V. 1-14: V. 15-28.

7.1 Im ersten Jahr Belsazars, des Koenigs von Babel, sah Daniel
einen Traum und Gesichte seines Hauptes auf seinem Lager. Dann
schrieb er den Traum auf, die Summe der Ereignisse berichtete
er.

7.2 Daniel fing an und sprach: Ich schaute in meinem Gesicht
in der Nacht, und siehe, die vier Winde des Himmels wuehlten das
grosse Meer auf. 7.3 Und vier grosse Tiere stiegen aus dem Meer
herauf, jedes verschieden vom anderen. 7.4 Das erste war wie
ein Loewe und hatte Adlerfluegel; ich sah [hin], bis seine Fluegel
ausgerissen wurden und es von der Erde aufgehoben und wie ein
Mensch auf seine Fuesse gestellt und ihm das Herz eines Menschen
gegeben wurde. 7.5 Und siehe, ein anderes, ein zweites Tier,
war einem Baeren gleich. Und es war auf der einen Seite
aufgerichtet und hatte in seinem Maul drei Rippen zwischen
seinen Zaehnen. Und man sprach zu ihm so: Steh auf, friss viel
Fleisch! 7.6 Nach diesem schaute ich, und siehe, ein anderes,
wie ein Leopard: das hatte vier Vogelfluegel auf seinem Ruecken.
Und das Tier hatte vier Koepfe, und Herrschaft wurde ihm gegeben.
7.7 Nach diesem schaute ich in Gesichten der Nacht: und siehe,
ein viertes Tier, furchtbar und schreckenerregend und
aussergewoehnlich stark, und es hatte grosse eiserne Zaehne; es frass
und zermalmte, und den Rest zertrat es mit seinen Fuessen. Und es
war verschieden von allen Tieren, die vor ihm waren, und es
hatte zehn Hoerner. 7.8 Waehrend ich auf die Hoerner achtete,
siehe, da stieg ein anderes, kleines Horn zwischen ihnen empor,
und drei von den ersten Hoernern wurden vor ihm ausgerissen; und
siehe, an diesem Horn waren Augen wie Menschenaugen und ein
Mund, der grosse Worte redete. 7.9 Ich schaute, bis Throne
aufgestellt wurden und einer, der alt war an Tagen, sich setzte.
Sein Gewand war weiss wie Schnee und das Haar seines Hauptes wie
reine Wolle, sein Thron Feuerflammen, dessen Raeder ein loderndes
Feuer. 7.10 Ein Feuerstrom floss und ging von ihm aus. Tausend
mal Tausende dienten ihm, und zehntausend mal Zehntausende
standen vor ihm. Das Gericht setzte sich, und Buecher wurden
geoeffnet. 7.11 Dann schaute ich wegen der Stimme der grossen
Worte, die das Horn redete: ich schaute, bis das Tier getoetet
und sein Leib zerstoert und dem Brand des Feuers uebergeben wurde.
7.12 Und den uebrigen Tieren wurde ihre Herrschaft weggenommen,
und Lebensdauer wurde ihnen gegeben bis auf Zeit und Stunde.

7.13 Ich schaute in Gesichten der Nacht: und siehe, mit den
Wolken des Himmels kam einer wie der Sohn eines Menschen. Und er
kam zu dem Alten an Tagen, und man brachte ihn vor ihn. 7.14
Und ihm wurde Herrschaft und Ehre und Koenigtum gegeben, und alle
Voelker, Nationen und Sprachen dienten ihm. Seine Herrschaft ist
eine ewige Herrschaft, die nicht vergeht, und sein Koenigtum
[so], dass es nicht zerstoert wird.

V. 15-28: V. 1-14.

7.15 Mir, Daniel, wurde mein Geist tief in meinem Innern
bekuemmert, und die Gesichte meines Hauptes erschreckten mich.
7.16 Ich naeherte mich einem von denen, die dastanden, und bat
ihn um genaue Auskunft ueber dies alles. Und er sprach zu mir und
liess mich die Deutung der Sachen wissen: 7.17 Diese grossen
Tiere - es sind vier - [bedeuten]: vier Koenige werden sich von
der Erde her erheben. 7.18 Aber die Heiligen des Hoechsten
werden das Reich empfangen, und sie werden das Reich besitzen
bis in Ewigkeit, ja, bis in die Ewigkeit der Ewigkeiten. 7.19
Daraufhin wollte ich Genaueres wissen ueber das vierte Tier, das
von allen anderen verschieden war, aussergewoehnlich
schreckenerregend, dessen Zaehne aus Eisen und dessen Klauen aus
Bronze waren, das frass, zermalmte und den Rest mit seinen Fuessen
zertrat, 7.20 und ueber die zehn Hoerner auf seinem Kopf und
ueber das andere [Horn], das emporstieg und vor dem drei [andere
Hoerner] ausfielen. Und das Horn hatte Augen und einen Mund, der
grosse Worte redete, und sein Aussehen war groesser als das seiner
Gefaehrten. 7.21 Ich sah, wie dieses Horn gegen die Heiligen
Krieg fuehrte und sie besiegte, 7.22 bis der, der alt an Tagen
war, kam und das Gericht den Heiligen des Hoechsten gegeben wurde
und die Zeit anbrach, dass die Heiligen das Koenigreich in Besitz
nahmen. - 7.23 Er sprach so: Das vierte Tier [bedeutet]: ein
viertes Koenigreich wird auf Erden sein, das von allen [anderen]
Koenigreichen verschieden sein wird. Es wird die ganze Erde
auffressen und sie zertreten und sie zermalmen. 7.24 Und die
zehn Hoerner [bedeuten]: aus diesem Koenigreich werden sich zehn
Koenige erheben. Und ein anderer wird sich nach ihnen erheben,
und dieser wird verschieden sein von den vorigen, und er wird
drei Koenige erniedrigen. 7.25 Und er wird Worte reden gegen
den Hoechsten und wird die Heiligen des Hoechsten aufreiben; und
er wird danach trachten, Festzeiten und Gesetz zu aendern, und
sie werden in seine Hand gegeben werden fuer eine Zeit und [zwei]
Zeiten und eine halbe Zeit. 7.26 Aber das Gericht wird sich
setzen; und man wird seine Herrschaft wegnehmen, um sie zu
vernichten und zu zerstoeren bis zum Ende. 7.27 Und das Reich
und die Herrschaft und die Groesse der Koenigreiche unter dem
ganzen Himmel wird dem Volk der Heiligen des Hoechsten gegeben
werden. Sein Reich ist ein ewiges Reich, und alle Maechte werden
ihm dienen und gehorchen. - 7.28 Hier endet der Bericht. Mich,
Daniel, aengstigten meine Gedanken sehr, und meine Gesichtsfarbe
veraenderte sich an mir. Und ich bewahrte die Sache in meinem
Herzen. Daniels Gesicht vom Widder und Ziegenbock
8
8.1 Im dritten Jahr der Regierung des Koenigs Belsazar erschien
mir, Daniel, ein Gesicht nach dem, das mir im Anfang erschienen
war. 8.2 Und ich sah im Gesicht: Und es geschah, waehrend ich
sah, da war ich in der Burg Susa, die in der Provinz Elam ist;
und ich sah im Gesicht, dass ich am Fluss Ulai war. 8.3 Und ich
erhob meine Augen und sah: Und siehe, ein Widder stand vor dem
Fluss, der hatte zwei Hoerner; und die zwei Hoerner waren hoch, und
das eine war hoeher als das zweite, und das hoehere stieg zuletzt
auf. 8.4 Ich sah den Widder nach Westen und nach Norden und
nach Sueden stossen, und kein Tier hielt ihm stand, und niemand
rettete aus seiner Hand; und er handelte nach seinem Belieben
und wurde gross. 8.5 Und waehrend ich achtgab, siehe, da kam ein
Ziegenbock von Westen her ueber die ganze Erde, und er beruehrte
die Erde nicht; und der Bock hatte ein ansehnliches Horn
zwischen seinen Augen. 8.6 Und er kam zu dem Widder mit den
zwei Hoernern, den ich vor dem Fluss hatte stehen sehen; und im
Zorn seiner Kraft rannte er auf ihn zu. 8.7 Und ich sah ihn
neben dem Widder eintreffen, und er ergrimmte gegen ihn, und er
stiess den Widder und zerbrach seine beiden Hoerner; und in dem
Widder war keine Kraft, vor ihm zu bestehen. Und er warf ihn zu
Boden und zertrat ihn, und niemand rettete den Widder aus seiner
Hand.

8.8 Und der Ziegenbock wurde ueberaus gross. Und als er stark
geworden war, zerbrach das grosse Horn, und vier ansehnliche
[Hoerner] wuchsen an seiner Stelle nach den vier Winden des
Himmels hin. 8.9 Und aus dem einen von ihnen kam ein einzelnes
Horn hervor, [zunaechst] klein, aber es wurde uebermaessig gross
gegen Sueden und gegen Osten und gegen die Zierde. 8.10 Und es
wuchs bis an das Heer des Himmels, und es warf [einige] von dem
Heer und von den Sternen zur Erde herab und zertrat sie. 8.11
Selbst bis an den Obersten des Heeres wuchs er [empor]. Und er
nahm ihm das regelmaessige [Opfer] weg, und die Staette seines
Heiligtums wurde gestuerzt. 8.12 Und ein [Opfer]dienst wurde
verbrecherisch gegen das regelmaessige [Opfer] eingerichtet. Und
das Horn warf die Wahrheit zu Boden, und hatte Erfolg. 8.13
Und ich hoerte einen Heiligen reden. Und es sprach ein Heiliger
zu jemandem - dem Redenden [naemlich] -: Bis wann [gilt] das
Gesicht von dem regelmaessigen [Opfer] und von dem entsetzlichen
Verbrechen, dass sowohl das Heiligtum als auch der [Opfer]dienst
zur Zertretung preisgegeben sind? 8.14 Und er sagte zu mir:
Bis zu 2 300 Abenden und Morgen; dann wird das Heiligtum
[wieder] gerechtfertigt.

8.15 Und es geschah, als ich, Daniel, das Gesicht gesehen
hatte, da suchte ich Verstaendnis [darueber]. Und siehe, da stand
vor mir [einer, sein Aussehen war] wie das Aussehen eines
Mannes. 8.16 Und ich hoerte eine Menschenstimme zwischen [den
Ufern des] Ulai, die rief und sprach: Gabriel, lass diesen das
Gesehene verstehen! 8.17 Und er trat an den Ort, wo ich stand;
und als er herantrat, erschrak ich und fiel nieder auf mein
Angesicht. Er aber sprach zu mir: Merke auf, Menschensohn! Denn
das Gesicht [gilt] fuer die Zeit des Endes. 8.18 Und als er mit
mir redete, sank ich betaeubt zur Erde auf mein Angesicht. Er
aber ruehrte mich an und stellte mich auf meinen [vorigen] Platz.
8.19 Und er sagte: Siehe, ich will dich erkennen lassen, was
am Ende der Verfluchung geschehen wird; denn es [gilt] fuer die
[festgesetzte] Zeit des Endes. 8.20 Der Widder mit den zwei
Hoernern, den du gesehen hast, [das] sind die Koenige von Medien
und Persien. 8.21 Und der zottige Ziegenbock ist der Koenig von
Griechenland. Und das grosse Horn, das zwischen seinen Augen war,
das ist der erste Koenig. 8.22 Und dass es zerbrach und dass vier
[andere] an seiner Stelle auftraten, [bedeutet]: vier
Koenigreiche werden aus der Nation aufstehen, aber nicht mit
seiner Macht. 8.23 Und am Ende ihrer Koenigsherrschaft, wenn
die Abgefallenen das Mass vollgemacht haben, wird ein Koenig
aufstehen, mit hartem Gesicht und erfahren in Raenken. 8.24 Und
seine Macht wird stark sein, jedoch nicht durch seine eigene
Macht; und er wird entsetzliches Verderben anrichten und wird
erfolgreich sein und handeln. Und er wird die Starken und das
Volk der Heiligen vernichten. 8.25 Und wegen seines Verstandes
wird er erfolgreich sein, [mit] Betrug in seiner Hand. Und er
wird in seinem Herzen grosstun, und unversehens wird er viele
vernichten. Und gegen den Fuersten der Fuersten wird er sich
auflehnen, aber ohne eine [Menschen]hand wird er zerbrochen
werden. 8.26 Und die Erscheinung von den Abenden und von den
Morgen: was gesagt wurde, ist Wahrheit. Du aber, halte das
Gesicht geheim, denn es sind noch viele Tage bis dahin.

8.27 Und ich, Daniel, war erschoepft und [einige] Tage krank.
Dann stand ich auf und verrichtete die Geschaefte des Koenigs. Und
ich war entsetzt ueber das Gesehene, und keiner war da, der es
verstand.
9 Daniels Bussgebet und das Geheimnis der siebzig Jahrwochen.
9.1 Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros, vom
Geschlecht der Meder, der ueber das Reich der Chaldaeer Koenig
geworden war, 9.2 im ersten Jahr seiner Koenigsherrschaft
achtete ich, Daniel, in den Buecherrollen auf die Zahl der Jahre,
ueber die das Wort des HERRN zum Propheten Jeremia geschehen war,
dass [naemlich] siebzig Jahre ueber den Truemmern Jerusalems
dahingehen sollten. 9.3 Und ich richtete mein Gesicht zu Gott,
dem Herrn, hin, um [ihn] mit Gebet und Flehen zu suchen, in
Fasten und Sack und Asche. 9.4 Und ich betete zum HERRN,
meinem Gott, und ich bekannte und sprach: Ach, Herr, du grosser
und furchtbarer Gott, der Bund und Guete denen bewahrt, die ihn
lieben und seine Gebote halten! 9.5 Wir haben gesuendigt und
haben uns vergangen und haben gottlos gehandelt, und wir haben
uns aufgelehnt und sind von deinen Geboten und von deinen
Rechtsbestimmungen abgewichen. 9.6 Und wir haben nicht auf
deine Knechte, die Propheten, gehoert, die in deinem Namen zu
unseren Koenigen, unseren Obersten und unseren Vaetern und zum
ganzen Volk des Landes geredet haben. 9.7 Bei dir, o Herr, ist
die Gerechtigkeit, bei uns aber ist die Beschaemung des
Angesichts, wie es an diesem Tag ist: bei den Maennern von Juda
und den Bewohnern von Jerusalem und dem ganzen Israel, den Nahen
und den Fernen, in allen Laendern, wohin du sie vertrieben hast
wegen ihrer Untreue, die sie gegen dich begangen haben. 9.8
HERR! Bei uns ist die Beschaemung des Angesichts, bei unseren
Koenigen, unseren Obersten und unseren Vaetern, weil wir gegen
dich gesuendigt haben. 9.9 Bei dem Herrn, unserem Gott, ist das
Erbarmen und die Vergebung. Denn wir haben uns gegen ihn
aufgelehnt, 9.10 und wir haben nicht auf die Stimme des HERRN,
unseres Gottes, gehoert, [der uns gebot,] in seinen Gesetzen zu
leben, die er uns durch seine Knechte, die Propheten, vorgelegt
hat. 9.11 Und ganz Israel hat dein Gesetz uebertreten und ist
abgewichen, so dass sie deiner Stimme nicht gehorcht haben. Und
so hat sich der Fluch und der Schwur ueber uns ergossen, der im
Gesetz des Mose, des Knechtes Gottes, geschrieben steht, weil
wir gegen ihn gesuendigt haben. 9.12 Und er hat seine Worte
erfuellt, die er geredet hat ueber uns und ueber unsere Richter,
die uns richteten, [naemlich] ein grosses Unglueck ueber uns zu
bringen, so dass unter dem ganzen Himmel nichts [derartiges]
geschehen ist wie das, was an Jerusalem geschehen ist. 9.13
Wie es im Gesetz des Mose geschrieben steht, so ist all dies
Unglueck ueber uns gekommen. Und wir haben das Angesicht des
HERRN, unseres Gottes, nicht besaenftigt, indem wir von unserer
Schuld umgekehrt waeren und achtgehabt haetten auf deine Wahrheit.
9.14 Und so war der HERR auf das Unglueck bedacht und liess es
ueber uns kommen. Denn der HERR, unser Gott, ist gerecht in allen
seinen Taten, die er tut. Aber wir haben nicht auf seine Stimme
gehoert. 9.15 Und nun, Herr, unser Gott, der du dein Volk aus
dem Land Aegypten mit starker Hand herausgefuehrt und dir einen
Namen gemacht hast, wie es an diesem Tag ist! Wir haben
gesuendigt, wir haben gottlos gehandelt. 9.16 Herr, nach all
[den Taten] deiner Gerechtigkeit moegen doch dein Zorn und deine
Erregung sich wenden von deiner Stadt Jerusalem, dem Berg deines
Heiligtums! Denn wegen unserer Suenden und wegen der Vergehen
unserer Vaeter sind Jerusalem und dein Volk zum Hohn geworden fuer
alle rings um uns her. 9.17 Und nun, unser Gott, hoere auf das
Gebet deines Knechtes und auf sein Flehen! Und lass dein
Angesicht leuchten ueber dein verwuestetes Heiligtum um des Herrn
willen! 9.18 Neige, mein Gott, dein Ohr und hoere! Tu deine
Augen auf und sieh unsere Verwuestungen und die Stadt, ueber der
dein Name genannt ist! Denn nicht aufgrund unserer
Gerechtigkeiten legen wir unser Flehen vor dich hin, sondern
aufgrund deiner vielen Erbarmungen. 9.19 Herr, hoere! Herr,
vergib! Herr, merke auf und handle! Zoegere nicht, um deiner
selbst willen, mein Gott! Denn dein Name ist ueber deiner Stadt
und deinem Volk genannt worden.

9.20 Waehrend ich noch redete und betete und meine Suende und
die Suende meines Volkes Israel bekannte und mein Flehen fuer den
heiligen Berg meines Gottes vor den HERRN, meinen Gott, hinlegte
- 9.21 und waehrend ich noch redete im Gebet, da, zur Zeit des
Abendopfers, ruehrte mich der Mann Gabriel an, den ich am Anfang
im Gesicht gesehen hatte, als ich ganz ermattet war. 9.22 Und
er wusste Bescheid, redete mit mir und sagte: Daniel, jetzt bin
ich ausgegangen, um dich Verstaendnis zu lehren. 9.23 Am Anfang
deines Flehens ist ein Wort ergangen, und ich bin gekommen, um
[es dir] mitzuteilen. Denn du bist ein Vielgeliebter. So achte
nun auf das Wort und verstehe die Erscheinung: 9.24 Siebzig
Wochen sind ueber dein Volk und ueber deine heilige Stadt
bestimmt, um das Verbrechen zum Abschluss zu bringen und den
Suenden ein Ende zu machen und die Schuld zu suehnen und eine
ewige Gerechtigkeit einzufuehren und Gesicht und Propheten zu
versiegeln, und ein Allerheiligstes zu salben. 9.25 So sollst
du denn erkennen und verstehen: Von dem [Zeitpunkt an, als das]
Wort erging, Jerusalem wiederherzustellen und zu bauen, bis zu
einem Gesalbten, einem Fuersten, sind es sieben Wochen. Und 62
Wochen [lang] werden Platz und Stadtgraben wiederhergestellt und
gebaut sein, und zwar in der Bedraengnis der Zeiten. 9.26 Und
nach den 62 Wochen wird ein Gesalbter ausgerottet werden und
wird keine [Hilfe] finden. Und das Volk eines kommenden Fuersten
wird die Stadt und das Heiligtum zerstoeren, und sein Ende ist in
einer Ueberflutung; und bis zum Ende ist Krieg, fest beschlossene
Verwuestungen. 9.27 Und stark machen wird er einen Bund fuer die
Vielen, eine Woche lang; und zur Haelfte der Woche wird er
Schlachtopfer und Speisopfer aufhoeren lassen. Und auf dem Fluegel
von Greueln [kommt] ein Verwuester, bis festbeschlossene
Vernichtung ueber den Verwuester ausgegossen wird.

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